Uganda: Nachhaltiger Tourismus und Artenschutz im Einklang

Ugandas umfassendes Artenschutzprogramm trägt Früchte: durch einen sanften Tourismus konnten die Populationen an bedrohten Tierarten im Land erheblich gesteigert werden. Ugandas immense Artenvielfalt ist beeindruckend. 11% der Gesamtfläche des Landes steht unter Naturschutz.Uganda liegt als Binnenland im Herzen Afrikas und ist Treffpunkt zweier wichtiger Naturräume: dem mit tropischem Regenwald bewachsenen zentralafrikanischen Tieflandbecken und dem ostafrikanischen Hochland mit dem typischen Savannenklima. Getrennt sind beide durch den zentralafrikanischen Grabenbruch, der von einer Vielzahl an Flüssen und Seen durchzogen ist. Diese einmalige Lage trägt zu einem immensen Artenreichtum bei, der selbst für Afrika einzigartig ist: In Uganda leben 53,9% der weltweit letzten Berggorillas (ca. 440 Tiere) sowie 19 weitere Primatenarten, 1.067 Vogelarten (11% der weltweit verbreiteten Vogelspezies), 340 verschiedenen Säugetierarten (7% der globalen Vielfalt), 142 Reptilien (14% der Arten Afrikas), 86 Amphibien (19% der afrikanischen Amphibienarten) und 1.242 verschiedene Schmetterlinge von denen 31 endemisch sind.

Uganda möchte von dieser einmaligen Flora & Fauna auch touristisch profitieren. Präsident Yoweri Kaguta Museveni erklärte deshalb den Tourismus zu einem der wichtigsten Wachstumssektoren für Uganda. Ziel der Regierung ist es, bis 2021 vier Millionen Besucher anzulocken (2015 betrug die Gesamtanzahl der Touristen 1,7 Millionen). Die Regierung des Landes sieht insbesondere im sanften Tourismus eine der tragenden Säulen für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, die nicht zuletzt zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort beitragen soll.

Um die Basis für einen naturnahen Tourismus zu schaffen, wies die ugandische Regierung bereits in den 1950er Jahren große Flächen als Nationalparks und Schutzgebiete aus. Heute stehen etwa 11% der Gesamtfläche des Landes unter Naturschutz. Die insgesamt zehn Nationalparks und dreizehn Wildschutzgebiete werden von der Uganda Wildlife Authority (UWA) und der National Forest Authority verwaltet. Bei internationalen Besucher am beliebtesten sind die vier Nationalparks Murchison Falls, Queen Elizabeth, Lake Mburo und Bwindi Impenetrable Forest.

Aushängeschild für den sanften Tourismus Ugandas sind die akut vom Aussterben bedrohten Berggorillas. In den letzten zehn Jahren konnte die Uganda Wildlife Authority  im Schutz der Primaten, die erst kürzlich von der IUCN in die höchste Gefährdungskategorie der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten eingestuft wurden, eine führende Rolle einnehmen. Die UWA trug somit maßgeblich zum Erhalt der Berggorillas bei. Die Organisation setzt vor allem auf die Sicherung des Lebensraumes der Tiere. Erfolge sind auch für Reisende sichtbar: zwischen September 2016 und Januar 2017 verzeichnete die UWA einen regelrechten Baby-Boom mit insgesamt fünf  Gorillas, die im Bwindi Impenetrable Forest und im Mgahinga Gorilla Nationalpark geboren wurden.

Auch was den Schutz von Elefanten angeht, gibt es aus Uganda positive Meldungen:  während die Zahl in anderen Teilen von Ostafrika fällt, konnte sich die Population in Uganda wieder erholen. In den achtziger Jahren hatten Wilderer die Anzahl der grauen Riesen auf 700 bis 800 Tiere dezimiert. Inzwischen geht man von einer Gesamtzahl von über 6.000 Tieren aus. Die Androhung von Strafverfolgung, aber vor allem intensive Aufklärungsarbeit und die Wiederherstellung von Lebensraum trugen maßgeblich dazu bei. Positiv wirkte sich auch eine Verbesserung der Parkinfrastruktur, wie beispielsweise die Errichtung von Ranger-Vorposten in Gebieten die von Wilderern dominiert wurden, aus. Elefanten sind jetzt wieder im Queen Elizabeth National Park, im Murchison Falls Nationalpark und im Kidepo Valley Nationalpark zu finden.

Uganda ist auch Heimat der weltweit stark bedrohten Rothschild-Giraffe. Im Murchison Falls Nationalpark leben über 800 dieser einmaligen Tiere. 1991 waren es nur 78 Exemplare. Außerdem wurde im Juli 2015 erstmals eine Gruppe von 15 Giraffen in den Lake Mburo Nationalpark ausgewildert. In den nächsten Jahren sollen weitere Herden in den Queen Elizabeth Nationalpark verlagert werden. Momentan gibt es weltweit nur noch 2.500 Tiere, von denen eine Vielzahl in Zoos oder in Zuchtprogrammen untergebracht ist.

Eine gute Nachricht gibt es schließlich auch in Bezug auf die bedrohten Breitmaulnashörner: im Ziwa Rhino Sanctuary wurde über die Weihnachtsferien ein weiteres Nashornbaby geboren. Dies war bereits die vierte Geburt im Jahr 2016. Die Gesamtzahl der Nashörner in Uganda liegt nun bei 19 und bestätigt erneut, dass das Zuchtprogramm in einem geschützten Gebiet gut funktioniert. Des Weiteren konnte die Anzahl der Büffel stabil gehalten werden, während sich die Zebra- und Uganda-Kob Population sogar verdoppelt hat.

Die Uganda Wildlife Authority versteht auch in Zukunft ihre Aufgabe darin, den Artenreichtum des Landes zu schützen und die Lebensräume zu erhalten. Vor allem geht es aber um die noch intensivere Einbindung der lokalen Bevölkerung, sodaß diese langfristig von dem zu erwartenden Tourismusboom profitiert. Momentan fließen 20% der Parkeintrittsgelder direkt an die angrenzenden Gemeinden.

Weitere Informationen zu Ugandas Nationalparks und der Arbeit der UWA gibt es unter www.ugandawildlife.org. Allgemeine Informationen zum Reiseziel Uganda finden sich unter www.visituganda.de.

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