Südsudan: Ehemalige Rebellen werden Bauern

Eine bemerkenswerte Initiative hat die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) im Südsudan gestartet: Gemeinsam mit der Regierung des Bundesstaates Gbudwe und dem niederländischen Außenministerium werden ehemalige Bürgerkriegskämpfer im Anbau von dürretolerantem Saatgut unterrichtet. Damit soll sowohl die Ernährungssicherheit als auch der Frieden im jüngsten Staat Afrikas unterstützt werden.

Der Bürgerkrieg zwischen 2013 und 2018 hat mehrere Tausend Menschenleben gefordert, mehr als 2,2 Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen. Seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags vom 12. September 2018 besteht aber Hoffnung auf einen anhaltenden Frieden.

Nach dem Abschluss des Friedensabkommens sind viele junge Leute, die von Rebellengruppen rekrutiert worden sind, nach Hause zurückgekehrt. „Früher hat die Regierung alle Ex-Kämpfer gefangen genommen und weggesperrt“, sagt Staatsminister Pia Philip Michael, der im Bundesstaat Gbudwe für Bildung, Gleichberechtigung und Soziales zuständig ist, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur IPS. „Später stellten wir allerdings fest, dass die meisten von ihnen Kinder zwischen zwölf und 17 Jahren sind. Der beste Weg, ihnen zu helfen, war, einen Vorschlag zur Reintegration auszuarbeiten und umzusetzen.“

Viele ehemalige Kämpfer hatten sich aufgrund finanzieller Motive den Rebellengruppen angeschlossen – ihnen war ein monatliches Fixgehalt von 200 US-Dollar zugesichert worden. Durch das landwirtschaftliche Umschulungsprogramm sollen die Ex-Rebellen ein sicheres Einkommen erwirtschaften könnten.

Das Programm fällt offenbar auf fruchtbaren Boden: Allein im Bundesstatt Gbudwe haben über 1.900 Ex-Rebellen teilgenommen.

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