Startup-Gründerinnen fordern mehr Gleichberechtigung

Oberflächlich betrachtet ist Afrika ein Kontinent der Unternehmerinnen. Im „MasterCard Index of Female Entrepreneurship 2018“ liegt Ghana weltweit an der Spitze: 46,4 Prozent aller Unternehmen des westafrikanischen Landes werden von Frauen geführt. Hinter Russland folgt Uganda mit 33,8 Prozent auf Rang drei. Allerdings sind die meisten dieser Firmen Ein-Personen-Unternehmen, die kaum Potenzial für Wachstum aufweisen. Vor allem in der boomenden Technologiebranche gibt es nur wenige Betriebe in Frauenhand.

Die Gründe für den niedrigen Frauenanteil in der Startup-Szene sind vielfältig, ein Hauptgrund sind aber traditionelle Vorbehalte. Odunayo Eweniyi, Mitgründerin der Online-Spar-Plattform piggybank.ng im nigerianischen Lagos kennt die weitverbreitete Skepsis gegenüber Unternehmerinnen aus eigener Erfahrung. „Startups wagen häufig den Sprung in ein Geschäft, das als unsicher, risikoreich und schwierig gilt“, erzählt Eweniyi. „Von Kindesbeinen an werden Frauen darin bestärkt, dass Tätigkeiten mit diesen Voraussetzungen schlecht für sie sind. Sehr häufig wird Frauen schlicht untersagt, nach etwas Höherem zu streben.“

Die Journalistin und Unternehmerin Rosemary Egbo ergänzt, dass die Vorurteile bis ins Bankenwesen reichen. „Finanzinstitute sind bei der Kreditvergabe an Unternehmerinnen nicht so schnell wie bei Unternehmern. Männer werden als bessere Risikomanager wahrgenommen, ihnen wird eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit zugestanden.“

Dass genau das Gegenteil der Fall ist, belegt eine Untersuchung der Risikokapitalfirma Illuminate Ventures in Oakland, Kalifornien. Technologieunternehmen, die von Frauen geführt werden, haben einen um 35 Prozent höheren Return on Investment als jene von Männern.

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