Made in Africa: Freihandelsabkommen kommt in die Spur

In Afrika soll der größte Binnenmarkt der Welt entstehen. Im Endausbau soll das Afrikanische Kontinentale Freihandelsabkommen (AfCFTA) 55 Mitgliedsstaaten und einen Markt von 1,2 Milliarden Menschen mit einem kombinierten Bruttoinlandsprodukt von 2,5 Millionen US-Dollar umfassen. Die Wirtschaftsmission der Vereinten Nationen für Afrika (ECA) rechnet vor, dass durch das AfCFTA der innerafrikanische Handel bis zum Jahr 2020 um 52,3 Prozent steigen würde.

Doch noch ist es nicht so weit. Im März 2018 wurde in Kigali das AfCFTA von 44 afrikanischen Ländern unterzeichnet. Im Juni 2018 sind fünf weitere Staaten dem Abkommen beigetreten. Das Abkommen kann aber erst in Kraft treten, wenn mindestens 22 Länder der Länder entsprechende Ratifizierungsinstrumente hinterlegen. Bis Juli 2018 waren das aber nur sechs Staaten, nämlich Ruanda, Kenia, Ghana, Niger, Tschad und eSwatini (ehemals Swasiland). Mit der Ratifizierung verpflichten sich die Staaten, die Zölle für mindestens 90 Prozent der produzierten Waren zu streichen. Durch die Zollfreiheit sollen einheimische Unternehmen gestärkt werden, die Industrialisierung beschleunigt und eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen werden.

Allerdings ist ausgerechnet die größte Volkswirtschaft des Kontinents, Nigeria, dem Abkommen bislang nicht beigetreten. Nigerianische Gewerkschaften haben eindringlich davor gewarnt, dass durch das AfCFTA billige Importgüter den heimischen Markt überschwemmen könnten. Dadurch würde die industrielle Entwicklung des Landes gefährdet. Der Dachverband der Gewerkschaften, der Nigeria Labour Congress, bezeichnete die AfCFTA sogar als „radikale neoliberale politische Initiative, die zu einer ungezügelten Einmischung von außen“ führen könne. Während sich die ehemaligen Staatspräsidenten Olusegun Obasanjo und Yakubu Gowon für einen Beitritt Nigerias zum Freihandelsabkommen stark machen, hat Amtsinhaber Muhammadu Buhari die protektionistische Haltung seiner Regierung bislang verteidigt: „Unsere Industrien können nicht mit den effizienteren und hochtechnologisch angetriebenen Industrien in Europa konkurrieren.“

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