Kenia: Grüner Brennstoff aus Wasserhyazinthen

Wasserhyazinthen werden in afrikanischen Seen zunehmend zum Problem. Die Schwimmpflanze, die ihren Ursprung in Südamerika hat, vermehrt sich rasant und überwuchert die Binnengewässer. Durch den Lichtmangel sterben Fische und andere Wasserpflanzen. Außerdem behindern die dicken Hyazinthen-Teppiche die Schifffahrt und die Fischerei.

Am Victoriasee, dem größten See Afrikas, hat sich ein bereits dreißig Quadratkilometer großer Teppich aus Wasserhyazinthen gebildet. Der Chemielehrer Richard Arwa ist auf eine innovative Idee gestoßen, wie man die Ausbreitung der Schwimmpflanzen verhindern kann. Mit seinem Centre for Innovation Science and Technology (CIST) stellt er aus dem Unkraut Ethanol her. Der günstige Brennstoff gewinnt immer mehr Anhänger.

Im Vergleich zum populären Kerosin ist Ethanol wesentlich effizienter. Mit einem Liter Bioethanol kommt man doppelt so lange aus wie mit einem Liter Kerosin. Außerdem ist der saubere Brennstoff aus Wasserhyazinthen um etwa ein Drittel günstiger. Die Kundin Lyne Ondula ist von der Qualität des Bioethanols begeistert. „Das Ethanol aus Hyazinthen verbrennt langsamer als das übliche Kerosin“, erzählt sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur IPS. „Es erzeugt beim Kochen keinen Rauch und keinen Ruß. Bei der Zubereitung von Speisen muss ich in der Küche nicht mehr husten.“

Richard Arwa produziert mit seinem Team derzeit hundert Liter Ethanol täglich. Damit versorgt er derzeit 560 Haushalte in der Stadt Yala nahe Kisumu. Arwa kann mit seiner Produktion aber die Nachfrage bei weitem nicht bedienen. In fünf Jahren möchte Arwa 25 000 Liter pro Tag produzieren – dafür ist er auf Investorensuche. Mit den einheimischen Banken hat der Chemielehrer aber schlechte Erfahrungen gemacht. Für den Aufbau seines Unternehmens hätte er einen Kredit von 50 000 US-Dollar benötigt, der ihm aufgrund fehlender Sicherheiten verweigert wurde. Der World Wildlife Fund for Nature (WWF) sprang in die Bresche und unterstützte die Startphase.

Mit freundlicher Unterstützung der Nachrichtenagentur afrika.info