Credit: Ruanda Government CC BY-ND 2.0

Gleichstellung: Frauen in der Politik auf dem Vormarsch

In Afrika geht der Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter nur in kleinen Schritten voran. Die gute Nachricht aber ist, dass in vielen Ländern immer mehr Frauen in politische Führungspositionen gelangen. Das kleine Ruanda dient dabei als Vorbild.

Mit Stichtag 1. Januar 2019 waren in den Ländern in Afrika südlich der Sahara 23,9 Prozent aller Parlamentssitze in der Hand von Frauen. Das geht aus einem Bericht der Inter-Parliamentary Union hervor (IPU). Allerdings gibt es auf dem Kontinent erhebliche Unterschiede: Während die Abgeordnetenkammer von Ruanda mit einem Frauenanteil von 61,3 Prozent weltweit die Spitzenposition einnimmt, beträgt der Frauenanteil im Repräsentantenhaus von Nigeria nur 5,6 Prozent.

Unter den weltweiten Top 15 befinden sich noch zwei weitere afrikanische Staaten: Der Frauenanteil in den Nationalversammlungen von Südafrika und Senegal liegt bei 42,7 Prozent bzw. bei 41,6 Prozent. Die größten Fortschritte seit dem Jahrtausendwechsel wurden in Dschibuti erzielt: Im Jahr 2000 war keine einzige Frau im Parlament, heute beträgt der Frauenanteil 26,2 Prozent. Die IPU ermittelte auch den Anteil von Frauen in Ministerämtern. Hier liegt in Afrika erneut Ruanda mit 51,9 Prozent vorn, gefolgt von Südafrika (48,8 Prozent) und Äthiopien (47,6 Prozent).

Der Bericht beinhaltet ein weiteres bemerkenswertes Detail: Früher waren Ministerinnen vor allem für Ressorts wie Soziales, Kinder und Familie zuständig. Seit zwei Jahren hat sich das Bild erheblich gewandelt: Heute gibt es in Afrika dreißig Prozent mehr Verteidigungsministerinnen, 52,9 Prozent mehr Finanzministerinnen und 13,6 Prozent mehr Außenministerinnen als noch im Jahr 2017.

„Wir haben noch einen steilen Weg vor uns“, sagte Phumzile Mlambo-Ngcuka, Exekutivdirektorin von UN Women, bei der Präsentation des Berichts. „Aber der wachsende Anteil weiblicher Minister ist ermutigend, insbesondere weil die Zahl der Länder mit ausgewogenen Kabinetten zunimmt.“

Mit freundlicher Unterstützung der Nachrichtenagentur afrika.info (https://afrika.info/)