Ghana: Bambustischler erhalten Know-how aus China

China ist vom Empfänger westlicher Entwicklungshilfe zu einem der wichtigsten Geberstaaten geworden. Detaillierte Zahlen werden von der Regierung in Peking nicht bekannt gegeben. Doch nach Berechnungen des US-Forschungsinstituts AidData belief sich die gesamte chinesische Auslandshilfe in den Jahren 2000 bis 2014 auf 354,4 Milliarden US-Dollar. Der Hauptanteil floss nach Angaben von AidData allerdings in kommerzielle Projekte. Der klassischen Entwicklungshilfe konnten nur 81,1 Milliarden Euro zugerechnet werden. Sieben der Top-10-Empfängerländer befanden sich demnach in Afrika: Äthiopien (3,7 Mrd. US-Dollar), Simbabwe (3,6 Mrd.), Kamerun (3,4 Mrd.), Nigeria (3,1 Mrd.), Tansania (3,0 Mrd.) und Ghana (2,5 Mrd.).

Ein aktuelles chinesisches Projekt im westafrikanischen Ghana ist die Ausbildung von Tischlern, die von der Herstellung von Produkten aus Bambus und Rattan leben. Für das Training sind Mitarbeiter des International Centre for Bamboo and Rattan (ICBR) von Peking nach Kumasi gereist. Die Bambus-Experten sollen dazu beitragen, dass die ghanaischen Handwerker hochwertige Produkte herstellen und damit ihren Lebensunterhalt verbessern.

In der Verarbeitung von Bambus und Rattan sind in Ghana etwa 4 000 Menschen beschäftigt. Unter den Bäumen entlang der Hauptstraßen gibt es eine Vielzahl von Handwerkern, die hauptsächlich Körbe und Möbel herstellen. Allerdings sind ihre Werkzeuge häufig veraltet – darunter leiden Vielfalt und Qualität der Produkte. Die Schulungen zielen darauf ab, die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Teilnehmer zu verbessern. Außerdem soll der Einsatz moderner Werkzeuge zur Verbesserung der Produktqualität führen und damit den Export ankurbeln.

Die Möbelindustrie in Ghana ist in den letzten Jahren unter Druck geraten. Im Zeitraum von 1950 bis 2000 hat der westafrikanische Staat sechzig Prozent seiner Waldfläche verloren. Seit Beginn des neuen Jahrtausends liegt die jährliche Abholzungsrate bei drei Prozent. Bambus steht für ein Umdenken. Die schnell wachsende Pflanze aus der Familie der Süßgräser findet in Ghana ideale Bedingungen vor. Auf etwa 300 000 Hektar – ca. fünf Prozent der Waldfläche – wächst wilder Bambus.

Mit freundlicher Unterstützung der Nachrichtenagentur afrika.info