China: „Little Africa“ verliert an Zugkraft

Der Stadtteil Xiaobei im Zentrum der chinesischen Megacity Guangzhou wird „Little Africa“ genannt. Hier versuchen tausende afrikanische Kleinhändler ihr Glück. Ihre Geschäfte laufen aber längst nicht mehr so gut wie noch vor wenigen Jahren.

Bis vor kurzem hat Guangzhou eine Vielzahl afrikanischer Händler angezogen. So wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 an den Grenzposten der Stadt 430.000 Menschen aus Afrika gezählt, welche die Stadt betraten oder verließen. Einige der Migranten machten zu diesem Zeitpunkt gute Geschäfte. Laut einer Umfrage unter den Bewohnern von „Little Africa“ verdiente ein Fünftel von ihnen mehr als 4.800 US-Dollar pro Monat.

Seit etwa vier Jahren hat aber Xiaobei an Anziehungskraft verloren. Ein Grund dafür liegt an den abgeschwächten Handelsbeziehungen: Belief sich das Handelsvolumen zwischen China und Afrika 2014 noch auf 215,91 Milliarden US-Dollar, lag es 2016 nur noch bei 127,97 Milliarden US-Dollar. Seit 2017 geht es wieder etwas aufwärts, das Niveau bleibt jedoch unter dem Höchststand von 2014 zurück.

Außerdem haben die afrikanischen Händler in Xiaobei eine starke Konkurrenz durch chinesische Geschäftsleute erhalten, die sich in afrikanischen Ländern niedergelassen haben. Niedrige Einfuhrzölle sorgen dafür, dass sie Waren günstig aus China importieren können. Viele afrikanische Händler halten es deshalb nicht mehr für wirtschaftlich, den weiten Weg nach China zu reisen, um Waren zu kaufen.

Mit freundlicher Unterstützung der Nachrichtenagentur afrika.info (https://afrika.info/)