Ausgezeichnet: Deutscher Afrika-Preis geht an IT-Pionierin

Der diesjährige Deutsche Afrika-Preis geht an Juliana Rotich. Damit wird die 42-jährige Pionierin der digitalen Revolution in Afrika für ihr herausragendes soziales unternehmerisches Engagement ausgezeichnet.

Als Mitgründerin der Open-Source-Plattform Ushahidi hat Rotich den weltweiten Informationsfluss revolutioniert. Mit seiner einzigartigen Mischung aus sozialem Aktivismus, Bürgerjournalismus, und Geoinformation ermöglicht Ushahidi seinen Nutzern Ereignisse hochzuladen und geografisch und zeitlich zu verorten. Inzwischen wird Ushahidi in über 160 Ländern zur Krisenreaktion und Einforderung von öffentlicher Rechenschaftspflicht benutzt und erreicht somit Millionen von Menschen.

Rotich ist darüber hinaus Mitgründerin des Technologieunternehmens BRCK, das seit Februar 2019 der größte öffentliche WLAN-Anbieter in Subsahara-Afrika ist. BRCK entwickelte ein batteriebetriebenes Multiverbindungsgerät, das den reibungslosen Datenfluss in Krisengebieten sicherstellt. So kann über verschiedene Kanäle ein Internetzugang hergestellt werden, der auch ohne Strom bis zu acht Stunden verfügbar ist. Dieser wird mittlerweile in 150 Ländern verwendet und kann in 48 Sprachen genutzt werden.

Der soziale Nutzen steht für Rotich stets im Mittelpunkt technologischer Innovation. Die weltweit hoch geachtete IT-Expertin zeigt auf beispielhafte Weise, wie technologische Innovation zur Entwicklung des afrikanischen Kontinents beitragen kann. Damit verdeutlicht sie, dass digitale Produkte „made in Africa“ auf dem Weltmarkt bestehen und diesen erobern können. Sie ist somit das Gesicht eines jungen, erfolgreichen Afrikas, das die Welt des 21. Jahrhunderts aktiv mitgestaltet.

Der Deutsche Afrika-Preis wird traditionell im Herbst von einem führenden Vertreter der deutschen Politik in einer feierlichen Zeremonie verliehen.

http://www.deutsche-afrika-stiftung.de/