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Armut in Afrika bekämpfen – junge Menschen und Frauen besser in den Arbeitsmarkt integrieren

Die Uni Witten/Herdecke und die Covenant University in Nigeria erforschen gemeinsam die Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft in Sub-Saharan Afrika

Wie können junge Menschen und Frauen, die in Nigeria in besonderem Maße von Armut betroffen sind, besser in den Arbeitsmarkt integriert werden? Welche Rolle spielen dabei die Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft? „Die dortigen Wertschöpfungsketten sind zerstückelt. Die Produktion ist deshalb nicht rentabel genug, um den in diesem Sektor Beschäftigten ein ausreichendes Einkommen zu bieten. Und das sind hauptsächlich Frauen und junge Menschen“, erläutert Jun.-Prof. Magdalene Silberberger die Grundproblematik. Wie also können die Wertschöpfungsketten in der nigerianischen Landwirtschaft besser integriert werden, um den hier Beschäftigten ein besseres und vor allem stabileres Einkommen zu sichern?
Das ist das Thema von Magdalene Silberberger, Juniorprofessorin für Entwicklungsökonomik an der Universität Witten/Herdecke (UW/H), und Prof. Dr. Evans Osabuohien vom Centre for Economic Policy & Development Research der Covenant University in Nigeria. Sie haben dazu gemeinsam bei der Alexander von Humboldt Stiftung eine Förderung für zwei Jahre eingeworben. 

Direkte Kooperation mit afrikanischen Partnern ist für Prof. Magdalene Silberberger zwingende Voraussetzung wirklichkeitsnaher Forschung
In der Entwicklungsökonomik wie auch in der Entwicklungszusammenarbeit sind Wertschöpfungsketten derzeit ein großes Thema. Dabei konzentriert sich die Diskussion derzeit aber stark auf nicht-landwirtschaftliche Güter. „Leider geht hier der wissenschaftliche Diskurs ein Stück weit an der Realität vorbei. Denn die ärmsten Menschen in Afrika leben in ländlichen Gegenden, und für diese Länder kommt es zunächst einmal darauf an, in ihrer eigenen Region Land und Stadt, Industrie und Agrarproduktion besser miteinander zu verknüpfen“, erläutert Jun.-Prof. Silberberger die Intention des Projekts. „Mit Prof. Osabuohien arbeite ich seit vielen Jahren zusammen, und diese Förderung ist insoweit auch ein Stück weit der Lohn für eine kontinuierliche Kooperation“, führt Silberberger weiter aus. „Für mich als Entwicklungsökonomin und Afrika-Expertin ist die direkte Kooperation mit afrikanischen Partnern eine zwingende Voraussetzung wirklichkeitsnaher und damit relevanter Forschung. Denn unsere afrikanischen Kolleginnen und Kollegen besitzen ein Wissen, das wir einfach nicht haben können. Die Förderung gibt uns nun die Möglichkeit, im Rahmen des Projekts weiter miteinander und voneinander zu lernen – ich freue mich darauf.“

Weitere Informationen: Prof. Dr. Magdalene Silberberger, Magdalene.Silberberger@uni-wh.de oder 02302 / 926-509

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